Schule ohne Diskriminierung: geht das?



Im Idealfall können Kinder und Jugendliche die Schule besuchen, ohne Ausgrenzung und Stigmatisierung zu erleben. In der Realität ist Diskriminierung für viele ein Teil ihrer Schulerfahrung. Mit der Veranstaltungsreihe thematisiert ADES verschiedene Dimensionen der Diskriminierung, um eine Diskussion darüber zu eröffnen: Wie sieht Diskriminierung im Bildungsbereich aus? Wie gehen die Beteiligten mit diesem Problem um oder noch besser, wie verhindern wir Diskriminierung? Wie können Eltern ihre Kinder vor Diskriminierung schützen? Was können Bildungseinrichtungen tun, um Diskriminierung zu vermeiden?

Online Veranstaltungen 19 – 21 Uhr

Donnerstag 08. Oktober
Diskriminierung in der Schule: Wie sieht es aus? Erfahrungen aus der Praxis

Saraya Gomis, Deutschlands erste Antidiskriminierungsbeauftragte für Schulen

Kinder und Jugendliche machen Erfahrungen mit Diskriminierungen in der Schule. Öfter als wir denken. Wie kann Unterstützung aussehen? Wie können Diskriminierungen in Schulen abgebaut werden? Saraya Gomis gibt in ihrem Vortrag einen Einblick in die diskriminierungskritische Arbeit in Schulen. Saraya Gomis ist ehrenamtlich für den Verein Eoto (EachOneTeachOne) aktiv.


Mittwoch 14. Oktober
Bildungserfolg, soziale Herkunft und Diskriminierung

Sanem Kleff, Direktorin von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

In Deutschland entscheidet die soziale Herkunft sehr stark über die Bildungsmöglichkeiten und den Lernerfolg eines Kindes. Welche Rolle spielt Klassismus in der Schule?

Sanem Kleff ist Pädagogin und seit 2000 Direktorin des bundesweiten Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. In dieser Funktion hat sie zahlreiche Konzepte zur Menschenrechtsbildung und Antidiskriminierungsarbeit für die Schulen des Netzwerks entwickelt und dazu Bücher, Materialien und Handreichungen publiziert. Zuvor hat sie als Hauptschullehrerin für die Fächer Deutsch als Zweitsprache und Bildende Kunst und als Dozentin in der Lehrerfortbildung gearbeitet. 


Mittwoch 28. Oktober Rassismus(erfahrungen) im Bildungsbereich

Tolga Anlaş, Sozialarbeiter

Folgende Fragestellungen werden versucht im Vortrag zu beantworten: Welche Rolle spielt das selektive Bildungssystem in Deutschland? Welche Rassismuserfahrungen machen die Jugendlichen in der Schule? Wie können die Eltern ihre Kinder unterstützen, wenn sie Rassismus erleben? Wie begegnet man den Rassismuserfahrungen als Fachkräfte der Sozialen Arbeit?

Tolga Anlas hat ein Studium der Sozialen Arbeit und Interkulturalität und Integration. Er ist Doktorand an der Pädagogischen Hochschule Freiburg mit dem Thema „Rassismuserfahrungen im Studium der Sozialen Arbeit“. Seit 12 Jahren ist er tätig in der Mobilen Jugendarbeit und 4 Jahre stationäre Jugendhilfe.


Mittwoch 11. November
„Schule ist nochmal eine ganz andere Sache“ – Erfahrungen von LSBT*Q Jugendlichen in schulischen Kontexten

Dr. Claudia Krell

Für viele lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und queere Jugendliche ist Schule ein ambivalenter bis schwieriger Lebensbereich. Zum einen sind Sexualität und Geschlecht bzw. daran verknüpfte Erwartungen omnipräsent, allerdings in einem heteronormativem Kontext. Zum anderen wird sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Schulalltag häufig negiert oder in negativer Form sichtbar, z.B. als Schimpfwort oder durch Mobbing. Wie LSBT*Q Jugendliche mit ihrer schulischen Situation umgehen und welche Möglichkeiten der Unterstützung sich anbieten, wird in dem Vortrag dargestellt.

Dr. Claudia Krell, Diplom-Psychologin, arbeitet seit 2009 als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut. Zuerst hat sie dort zu anonymer Geburt und Babyklappen geforscht und zu diesem Thema auch ihre Promotion verfasst. Seit 2012 befasst sie sich am Institut im Rahmen von diversitätsorientierter Jugendforschung mit den Lebenssituationen von LSBT*Q Jugendlichen und jungen Erwachsenen.


Mittwoch 25. November
Dabeisein allein reicht nicht – über Behinderung, Inklusion und den Abbau diskriminierenden Denkens

Prof. Dr. Swantje Köbsell, Alice Salomon Hochschule Berlin

Seit dem Inkrafttreten der UN BRK wird in Deutschland viel über Inklusion diskutiert und über Ressourcen dafür gestritten. Wenig thematisiert wird hingegen die Frage, wie ein inklusiver Unterricht gestaltet sein muss, damit abwertende Haltungen und Einstellungen behinderten Menschen gegenüber, die seit einigen Jahren unter der Überschrift Ableism diskutiert werden, reflektiert und abgebaut werden können. Der Vortrag möchte diese Lücke füllen und gleichzeitig verdeutlichen, dass es nicht reicht, Behinderung als isoliertes Phänomen zu betrachten.

Prof. Dr. Swantje Köbsell, Studium der Behindertenpädagogik, langjährige Aktivistin der politischen Behindertenbewegung. 2004-2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrbereich Inklusive Pädagogik an der Universität Bremen, seit 2014 Professorin für Disability Studies an der Alice Salomon Hochschule Berlin, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat für den Teilhabebericht der Bundesregierung.


Mittwoch 9. Dezember
Ist Geschlecht (noch) ein Thema der Schule?

Dr. Anna Hartmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Erziehungswissenschaft

Auch im Bildungsbereich konnte sich die Gleichstellung der Geschlechter in den letzten Jahrzehnten weiter durchsetzen. Mädchen stehen heute weitestgehend die gleichen Bildungswege offen wie Jungen. Doch ist damit auch die Geschlechterhierarchie von Tisch? Der Vortrag wirft einen aktuellen Blick auf den Zusammenhang von Bildung, Schule und Geschlecht und diskutiert, inwiefern sexuelle Bildung einen Beitrag für eine geschlechtergerechte Pädagogik leisten kann.

Dr. Anna Hartmann, geb. 1983, Sozialwissenschaftlerin, derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal (Allgemeine Erziehungswissenschaft/Theorie der Bildung). Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich: Feministische Theorie, Care-Ökonomie, Psychoanalyse, sexuelle Bildung in Schule und Lehrberuf. Kürzlich erschien ihr Buch „Entsorgung der Sorge. Geschlechterhierarchie im Spätkapitalismus“ im Westfälisches Dampfboot.


Jetzt Online – Vernetzungstreffen Samstag 12.12.2020 von 9:30 Uhr bis 16 Uhr

Wie können Eltern und Schulen Kinder und Jugendliche vor Diskriminierung schützen?

An diesem Tag ist das Ziel Eltern, Schulkräfte, kommunale Akteur*innen, Menschen aktiv in der Jugendarbeit und andere Interessierten zusammen zu bringen, um die Frage zu stellen, was wird gebraucht, um Kinder und Jugendlichen vor Diskriminierung zu schützen. Zusammen in kleinen Gruppen werden die Teilnehmer*innen diskutieren, welche Anliegen sie haben. Um die Diskussion vorzubereiten, werde Frau Nkechi Madubuko Empowerment (Stärkung) als Ansatz erklären.

Empowerment als Erziehungsaufgabe: Umgang mit Rassismuserfahrungen bei Kindern und Jugendlichen – Ein Online Vortrag.

Dr. Nkechi Madubuko ist promovierte Soziologin, Dozentin an der Uni Kassel und Uni Koblenz, Referentin zu dem Themen Diversitätssensibilität, Empowerment und Umgang mit Rassismuserfahrungen. Moderatorin u.a. Bundesamt für Familie, Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Bundesamt für Wirtschaft und Entwicklung, 25 Jahre Moderationserfahrung Fachtagen und Veranstaltungen, Autorin zweier Bücher und mehrere Aufsätze zu den Themen Diversitätssensibilität und Empowerment, Verarbeitung von Rassismuserfahrungen. Diversity -Trainerin, ausgebildete TV Journalistin ZDF, ehemals Viva zwei Moderatorin 1996-99, eine der ersten schwarzen Moderatorinnen im deutschen Fernsehen, 3 fache Mutter.

10 – 12 Uhr – Vortrag von Dr. Nkechi Madubuko und Austausch.

13 – 15 Uhr – Vernetzung, Austausch in Online kleine Gruppe und Plena unter Eltern, Schulkräfte, kommunale Akteur*innen, Menschen aus der Jugendarbeit und andere Interessierten. Was können wir in Ostfildern und im Landkreis gegen Diskriminierung in der Schule unternehmen?


Anmeldung
Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Die Räume sind barrierefrei und wir werden bei Bedarf in Gebärdensprache dolmetschen. Teilnehmende können sich an ADES wenden, wenn sie einen speziellen Bedarf haben. ADES wird alles tun, um die Teilnahme aller Interessierten zu ermöglichen.

Für die Online-Veranstaltungen ist eine Anmeldung per Anmeldeformular unten erforderlich. Teilnehmende werden den Link zur Veranstaltung unter der angegebenen E-Mailadresse erhalten. Teilnehmende sind gebeten bei der Anmeldung anzugeben, welche Pronomen sie benutzen und ob sie eine*n Dolmetscher*in in Gebärdensprache benötigen.

Anmeldeformular

für Veranstaltungen im Oktober - Dezember 2020
Der Tag ist in zwei Teile gegliedert. Von 10:00 - 12:00 Uhr: Vortrag und Austausch. 13:00 - 15:00 Uhr: Vernetzung mit Austausch unter Teilnehmenden um die Frage zu beantworten, "Was wollen wir tun, in Ostfildern und im Landkreis Esslingen, Kinder und Jugendlichen von Diskriminierung zu schützen."
ADES versendet an die angegebene E-Mail Adresse für die Teilname an den Online-Veranstaltungen einen Teilname-Link und ggf. Informationen für die Präsenzveranstaltung.
Die übermittelten Informationen werden ausschliesslich zur Durchführung der Veranstaltung genutzt.

Ich habe die Datenschutzerklärung (https://www.ad-es.de/datenschutzerklärung) zur Kenntnis genommen und bin mit der Verarbeitung der von mir übermittelten Daten einverstanden.

Informationen:
info@ad-es.de


Gefördert von

Die Veranstaltungsreihe wird von den folgenden Mitgliedern des Runden Tisches gegen Diskriminierung im Landkreis Esslingen unterstützt:

  • Arbeitskreis kritische Soziale Arbeit Esslingen
  • Arbeiterwohlfahrt (AWO) Kreisverband Esslingen e.V.
  • EUTB-Beratungsstelle im Landkreis Esslingen
  • Interkulturelles Forum Esslingen e.V. (adg)
  • Bruderhaus Diakonie, Flüchtlingsberatungsstelle chai, Projekt „Wegweiser“, Kirchheim unter Teck
  • DER PARITÄTISCHE Baden-Württemberg e.V.
  • Kreisjugendring Esslingen e.V.
  • Stadt Filderstadt
  • Stadt Ostfildern